Tagung 2023

vom 20. April bis 22. April 2023

“… Architektur die nicht gebaut wurde. Diese ist meist die schönste Architektur! Sie verhält sich zur gebauten
wie das Ideal sich zur Wirklichkeit verhält.” – Josef Ponten, 1925

Architektur wird zuerst gedacht und dann gebaut. Der architektonische Entwurf sagt häufig mehr über das Architekturverständnis und die erlernte Theorie seines Entwerfers aus, als die realisierten Bauten, die oft von vielen
Einschränkungen, Änderungen und Kompromissen geprägt sind.

Mit dieser zweiten Tagung des Berliner Kirchenbauforums, in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie in Berlin e.V. und der DFG-Forschungsgruppe Sakralraumtransformation (TRANSARA), wird ein weiter Bogen gespannt, der von der Zeit um 1800 bis in das 21. Jahrhundert reicht. Die Visionen in Klassizismus und Romantik waren von einem Wechselspiel von konkretem Entwurf und eigenständiger künstlerischer Malerei gekennzeichnet – so wie in der Klassischen Moderne die teils nur skizzenhaften Pläne zur Diskussion liturgischer und sozialer Fragen eine Eigenständigkeit jenseits der realen Ausführung besaßen. Gleichzeitig waren Entwürfe fester Bestandteil eines Wettbewerbsverfahrens, dessen Reglementierung sich im 19. Jahrhundert weiter verfestigte.
Die Artikulation in einem Architekturmodell wurde im ausgehenden 20. Jahrhundert durch virtuelle Darstellungsmöglichkeiten erweitert.

In den mehr als 25 Fachvorträgen und Diskussionen werden sowohl die großen Fragen und Leitlinien der jeweiligen Zeit angesprochen, als auch individuelle Wege aufgezeigt, deren Umsetzung die tradierte Architekturwahrnehmung teils merklich verändert hätte.

Die begleitende Ausstellung fokussiert auf regionale Projekte und zeigt Sakralbauvisionen von Karl Friedrich Schinkel über Hans Scharoun bis zum House of One.
Die Eröffnung findet mit einem Schinkelabend am 20. April statt.

Wir freuen uns, Sie dazu um 20 Uhr in der Parochialkirche
in Berlin-Mitte zu begrüßen.